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Rekordfänge


Neuer Heilbutt-Weltrekord 13.05.2008

404 Pfund! Um 16 Pfund wurde der erst im April aufgestellte Weltrekord am 13. Mai vor der Lofoten-Insel Vaerøy überboten.
Der von Stefan Lühring am 21. April an Bord gewuchtete 388-Pfünder muss sich mit Platz 2 der Bestenliste begnügen.
Mit seinem 404 Pfund schweren Plattfisch sprengte der Däne Søren Beck erstmals die 200-Kilo-Grenze. Sein Weltrekord-Heilbutt mit einer Länge von 2,46 Meter glitt mit einer unglaublichen Spannweite von 1,95 Metern durch den Nordatlantik.
Einfach zum Verzweifeln. Der halbe Angeltag ist schon vorbei, und wir haben noch nicht einen einzigen Köderfisch erwischt. Mit Hängen und Würgen gelingt es uns zum Glück doch noch, drei unterarmlange Seelachse zu fangen. Wir präsentieren sie an einem speziellen Hakensystem. Unser Guide Per Jonasson steuert das Boot in einen ganz heißen Bereich vor der nordnorwegischen Insel Værøy, in dem er mit seinen Gästen schon viele große Heilbutts bezwungen hat. Ein Revier der Superlative, im wahrsten Sinne des Wortes. An einer Kante, an der der Meeresgrund von 23 auf 15 Meter ansteigt, spüre ich einen Ruck in der Rute. Sofort gebe ich ein, zwei Meter Schnur, damit der Fisch den Köder nehmen kann. Ich schlage an. „Mist, jetzt hänge ich fest!" Doch bevor ich mir über das Hängerlösen Gedanken machen kann, werden urplötzlich etliche Meter Schnur von der Multi gerissen. Das kann nur ein großer Heilbutt sein. Er übt einen so gewaltigen Druck aus, dass die Rute zu bersten scheint. Wir haben keine Wahl, Per muss dem Fisch mit dem Boot hinterherfahren. „Hoffentlich geht das gut!" Mir ist bange, dass die Geflochtene an Grund durchscheuert, denn mittlerweile ist einiges an Leine draußen. Ich versuche, so gut es geht, den Druck auf den Fisch aufrechtzuerhalten. Er darf auf gar keinen Fall wieder zum Grund flüchten, weil er dann dort neue Kräfte sammeln könnte.
Nach etwa 15 Minuten ist der Fisch auf dem Echolot zu erkennen - nur zehn Meter unter dem Boot. Dann zeigt sich die gewaltige Silhouette zum ersten Mal im klaren Wasser. Ein Riesen-Heilbutt! Ich forciere den Druck noch ein wenig und kann den Fisch an die Wasseroberfläche zerren. Per ist schon mit dem Gaff zur Stelle. Doch das Lande-Manöver misslingt. Das Gaff schlitzt aus. Jetzt spielt der Heilbutt völlig verrückt. Wie wild schlägt er um sich, bevor er mit einem Affenzahn wieder zum Grund hinabtaucht.
Rund fünf Minuten später, nach einem Drill auf Biegen und Brechen, ist der Mega-Butt wieder neben dem Boot. Diesmal versucht es Per mit einem längeren Gaffhaken. Doch auch dieser Versuch scheitert, und der Fisch schießt wieder nach unten. Aber beim dritten Mal klappt es schließlich. Das so genannte Flying Gaff das mit einem starken Seil verbunden ist, hängt sicher im Unterkiefer. Mit einem zweiten Haken fixiert Per den Fisch. Doch an Bord ist er noch lange nicht. Meine drei Bootskollegen versuchen, den Heilbutt über die Bordwand zu zerren. Dabei gerät das Boot so sehr in Schräglage, dass einer der beider Motoren ins Wasser getaucht wird und den Geist aufgibt. Dann ist es zum Glück geschafft. Der Butt liegt an Deck. Wir sind natürlich alle außer uns vor Freude und können das Glück kaum fassen. Was mag der Mega-Butt wohl wiegen?
Wir schätzen sein Gewicht auf über 150 Kilo. Später im Hafen dann die Gewissheit: Der Gigant ist 202 Kilo schwer und 2,46 Meter lang - neuer Weltrekord! Ich wollte eigentlich sehr gern die Schwanzflosse des Heilbutts als Andenken mit nach Hause nehmen. Doch das klappte leider nicht, denn man darf ja entweder maximal 15 Kilo Filet oder einen Trophäenfisch aus Norwegen ausführen. Und verkaufen kann man einen Butt auch nur komplett. Am Ende landete mein Fang auf einem Fischmarkt in Frankreich. Das Geld, das ich dafür bekam, spendete ich für eine Schule auf Værøy.
Quelle: Fisch&Fang Heft8 2008

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