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Rekordfänge


Inoffizieller Heilbutt-Weltrekord! 20.04.2008

Es ist Sonntag, der 20. April. Der Wind vor der nordnorwegischen Insel Vannøya hat sich gerade ein wenig gelegt. Die Angelgäste sind schon alle draußen auf dem Meer. Auch Guide Stefan sticht mit dem Arvor-Boot in See und stoppt nach gerade mal 15 Minuten westlich der Anlage. Hier ist das Wasser 30 bis 40 Meter tief. Es dauert gar nicht lange, da bekommt er einen urgewaltigen Biss auf seinen 23er Gummifisch am Giant Jighead. Für ihn steht fest: Das kann nur ein großer Heilbutt sein.
Ein Drill auf Biegen und Brechen beginnt. Die Fluchten des Riesen sind nicht zu stoppen, allerdings nicht sonderlich lang. Er setzt sein enormes Gewicht ein. Fast eine Stunde dauert es, bis der mächtige Heilbutt zum ersten Mal an die Wasseroberfläche kommt. Der Köder hängt tief in seinem Schlund. Eine Stunde Tauziehen, eine Stunde Maximalbelastung fürs Gerät und eine Stunde Schweißarbeit für Stefan sind vorüber. Doch das ist erst der Anfang! Stefan hat vorsichtshalber drei Bojen an der Harpunenstange befestigt. Doch das ist wohl etwas zu viel des Guten. Denn obwohl er die Spitze perfekt hinter den Kopf ins Rückenfilet rammen kann, wird die Harpune wegen des großen Auftriebs wieder herausgerissen, als der Fisch - die Bojen im Schlepptau - in die Tiefe prescht. Jetzt steht Stefan ohne jede Landehilfe da.
Ihm bleibt nur eine letzte Möglichkeit. Er greift zum Handy und fordert Verstärkung an. Der Camp-Eigentümer sowie ein paar Berliner Sportsfreunde steigen sofort ins Boot. Was jetzt folgt, ist direkt abgeleitet vom Gesetz der konstanten Boshaftigkeit: Direkt nach dem telefonischen Hilferuf fällt Stefan das Handy aus der Hand und fliegt auseinander. Er kann inzwischen das andere Boot zwar am Horizont sehen, doch es fährt in die falsche Richtung. Der Wind frischt langsam auf, dunkle Wolken ziehen heran. Aber der Fisch verharrt nach wie vor in der Tiefe. Stefan muss bangen, dass das driftende Boot nicht auf einen Unterwasserfelsen läuft. Fast zwei Stunden, nachdem der Heilbutt das erste Mal an der Oberfläche war, überlegt Stefan ernsthaft, die Schnur zu kappen. Denn es wird langsam, aber sicher immer dunkler. Anschließend zeigt sich der Mega-Butt zum zweiten Mal an der Oberfläche. Doch er taucht daraufhin auf über 150 Meter Tiefe ab!
Wenn ich wegen einbrechender Dunkelheit meine Schnur kappen müsste, würde ich danach die Angelei aufgeben, komplett und für immer. So etwas hätte ich nicht verkraftet. Und genau vor dieser Situation steht Stefan, als wie durch ein Wunder doch noch das zweite Boot auftaucht. Selbst mit vereinten Kräften gelingt es nicht, den Fisch ins Boot zu hieven. So wird er längsseits vertaut und in den Hafen geschleppt. Mit 2,42 Metern Länge und 194 Kilo Gewicht ist er der größte Atlantische Heilbutt, der jemals mit der Angel gefangen wurde, und damit neuer Weltrekord. Allerdings nur ein inoffizieller, denn nach den Regularien dürfen die Fische nicht harpuniert werden. So genannte Flygaffs sind allerdings erlaubt.
Quelle: Fisch&Fang Heft6 2008

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