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Berichte


Wallertrip September 2010

Am letzten Freitag ging es endlich wieder für 4 Tage bzw. 3 Nächte zum Wallerfischen an den Doubs.
Nachdem mir am Vortag der Reise mein geplanter Angelpartner kurzfristig abgesprungen ist, gab es relativ schnell wieder Entwarnung. Mein alter Kumpel Thomas war flexibel und neugierig und sagte mir innerhalb weniger Minuten zu.
3. September, 4 Uhr morgens
Abfahrt in Iggelheim. Es wurde gleich so angeregt geplaudert, dass ich die neue Verkehrsführung hinter Straßbourg nicht bemerkte und ca. 50 km Umweg fuhr. Wenn das das einzige Problem sein sollte.
Ankunft in Navilly bei meinem Bekannten Koen gegen 9 Uhr, nachdem wir uns noch etwas Proviant (Bier) besorgt hatten. Nächste Ernüchterung: keine Köderfische zum Verkauf! Na ja, dann halt selbst welche Fangen. Genug Futter und Köder hatte ich ja dabei. Koen war so nett, und zeigte uns auf Goolge-Earth ein paar interessante Plätze. Da der Fluß immer noch leichtes Hochwasser hatte und die Strömung teilweise recht stark war, beschloß ich auf einer Landzunge gegenüber einer großen Abbruchkante zu fischen. Koen war nach einem Kaffee sogar noch so freundlich, uns den Platz und den Weg dorthin persönlich zu zeigen.
Dann kam der unangenehme Job: Ausladen, Boot aufpunpem und fertig machen, danach beladen. Glücklicherweise sprang der Motor sofort an. Wir trieben in der Strömung und mußte leider feststellen, dass der Ganghebel klemmte. Meine Welt brach zusammen, als ich plötzlich den abgebrochenen Hebel in der Hand hielt. Wir behielten kühlen Kopf und paddelten an gegenüberliegende Ufer. Mit einer Kombizange ging der Gang rein und blieb dann auch in dieser Position bis zum Abschluß des Trips.
Am Platz angekommen hieß es wieder ausladen. Sofort die Feederruten klar gemacht und Futter ins Wasser. Kurz und knapp: Wir fingen mit Ausnahme von unzähligen Schneidern und Gründlingen keinen einzigen brauchbaren Köfi. Zum Glück hatte ich einige gute Brassen vom Kellmetsch eingefroren mitgenommen. Drei Ruten banden wir mit toten Köderfischen ans gegenüberliegende Ufer, eine Rute wurde mit U-Pose und Tauwürmer in einem tiefen Loch abgelegt. So richtig Hoffnung hatte ich keine, auch wenn die Strömung schön mit den Köfis spielte.
So blieb uns nichts anderes übrig, als Bier zu trinken, unser Camp aufzubauen und zu warten.
Um 21.53 Uhr dann der Hammer: Die linke Rute neigte sich bei mächtigen Schlägen mehrfach nach unten. Ein kräftiger Walli hatte den Kellmetsch-Brassen genommen und flüchtete in die Strömung. Der Biss war so hart, dass es mir fast nicht gelang, die Rute aus dem Rutenhalter zu nehmen. Der Fisch nahm sich Schnur von der Rolle, obwohl die Bremse zu war. Ich gab wirklich alles und habe gepumpt wie ein Verrückter. Der Waller stand voll in der Strömung und ich konnte nur wenig Schnur aufnehmen. Nach 20 Minuten gab er dann aber doch auf und machte mich zu einem glücklichen Sieger. Der allseits beliebte Wallergriff förderte einen richtigen guten Fisch auf die Matte. Gewogen haben wir ihn nicht, aber immerhin gemessen. Bei 1,80 m blieb das Maßband stehen, geschätze 45-50 kg, war wirklich gut genährt, der Gute! Nach diesem Erfolg war das Reiseziel bereits erreicht, wir konnten zufrieden schlafen gehen und auf eine Zugabe hoffen.
Am nächsten Morgen bin ich dann in den nächsten Angelladen gefahren und habe mir 6 Karauschen zu 4,-- € das Stück (!!!) gekauft. Zudem hatte ich mich noch mit kleinen Spinner und Twistern engedeckt, da ständig Döbel und Barsche bei uns am Platz raubten. Immerhin konnten wir jetzt mit lebendem Köfi fischen!
Auch die Döbel und Barsche mochten unsere Köder nicht und wir war gezwungen, mit den Karauschen zu haushalten, zumal unsere mitgebrachten Köfis zwischenzeitlich Verfallserscheinungen hatten und begannen zu riechen!
4 Ruten wurden ausgebracht und das Warten begann erneut. Diesmal mußten wir nicht so lange Warten. bereits um 19 Uhr bekamen wir auf dem genau gleichen Platz wie beim ersten Waller einen Biss. Der war wesentlich unspektakulärer. Ich gabe Thomas die Rute zum Drillen, doch der Wels war so schwach und konnte nicht einmal die Abreißleine sprengen Thomas mußte nachhelfen. Immerhin: 102 cm bedeutete erstmal PB für ihn, auch wenn der Drill kein besonderes Erlebnis war. Da der Biss schon so früh kam, wurde die Rute nochmals bestückt. Die Hoffnung, dass in dieser Nacht nochmal was gegen würde, war natürlich groß. Aber war leider nicht.
So bereiteten wir uns am Sonntag auf die letzte Nacht vor und spannten neu ab. Noch einer zum Abschluß wäre ja nicht schlecht. Er sollte kommen!
Um 21.30 Uhr war es wieder die gleiche Rute am gleichen Platz, die enorm abging. Ich nahme Kontakt zum Fisch auf und bemerkte gleich, dass er im Holz stand. Ich forderte mein Material bis zum Äußersten und bekamm den Fisch nach ca. 5 Minuten frei. Jetzt durfte Thomas wieder ran. Er mußte sich wesentlich mehr ins Zeug legen, als bei seinem ersten Wels. Der Fisch war mit beiden Haken gehakt. Der Wallergriff saß schnell und wir wuchteten einen fetten 1,54 er Waller auf die Matte. Ich tippe auf 30 - 35 Kg Kampfgewicht. Thomas hatte also seinen PB verbessert und war so stolz, dass er sich den Wallerschleim antun wollte und ich ein paar schöne Fotos machte.
Die Nacht verlief dann wieder ruhig und so konnten wir am nächsten Morgen ausgeschlafen und zufrieden wieder einpacken. Wir fuhren nochmals bei Koen vorbei und berichteten über unsere Erfolge.
Thomas war begeistert von seinem ersten Wallertrip und ich bin mir sicher, es war nicht sein letzter.
Der Doubs ist immer eine Reise wert. Ich freue mich schon jetzt auf den nächsten Trip an diesen naturbelassenen Fluß voller Waller. Vielleicht hat ja jemand von Euch mal Zeit uns Lust, mich zu begleiten?! Dieses Jahr wird's wohl nichts mehr, aber spätestens im Mai 2011 bin ich wieder dort. Hand drauf!
Viele Grüße
Thomas


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