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Berichte


Doubs Welstrip II 2011

Am Donnerstag, den 21.07.2011 war’s endlich wieder soweit. Diesmal (fast) pünktlich um kurz nach 4 Uhr holte mich unser Doc zum 2. Doubs-Trip des Jahres ab.
Die Fahrt war aufgrund des teilweise starken Regens recht anstrengend und wir machten uns schon etwas Sorgen, dass uns die Niederschläge den ganzen Tag begleiten sollten. Jedoch knapp 20 km vor Navilly hatte Petrus ein Einsehen und wir sahen die ersten Sonnenstrahlen des Tages auf unseren heißgeliebten grün-braunen Doubs scheinen.
Koen begrüßte und wie immer freundlich bei einem Tässchen Kaffee und machte uns Mut wegen den Wetters und des steigenden Flusses – ideale Bedingungen, meinte er. Ich fing langsam an mit den Füßen zu scharren , die Ungeduld wurde immer größer. Los gings: Karte für Michael kaufen, Aale in den Eimer und die Platzempfehlung von Koen anschauen.
Wir einigten uns auf einem Platz im tieferen Bereich des Flusses, nicht weit von Sermesse. Dort hatte ich schon seit 3 Jahren keinen Versuch mehr gewagt und hatte in diesem Abschnitt auch nur Erfahrung mit Bojenfischen und U-Pose. Koen empfahl uns Überspannen und Absenken – mir schwante Schlimmes. Michael war aber ebenfalls optimistisch und es hatte ehrlich gesagt auch seinen Reiz, mit dem Auto fast direkt an den Platz fahren zu können.
Ausladen, aufbauen, Boot fertig machen, Feederruten raus – das ist mittlerweile schon Routine. Wir staunten nicht schlecht, als Michael ohne Füttern bereits nach kurzen Zeit einen dicken Brassen zum Setzkescher trug. Zack, zack ging es weiter und der Köfi-Vorrat für die nächsten Tage war sicher. Brassen von 2,5 -3 Kg waren keine Seltenheit. Der ganz Große konnte also kommen…
mit den Köfis spielte.
Nachdem wir die Nieren ordentlich gespült hatten, begannen wir gegen 17 Uhr mit dem Auslegen der 6 Wallerruten. Da sich mein Motor leider bereits kurz nach dem ersten Start (bis zum Ende des Trips) verabschiedet hatte, musste ich die Angeln rudernd ausbringen. Ihr könnt Euch vorstellen, dass ich in den 3 Tagen eine ordentliche Strecke gemacht habe. Das mit dem Absenken hat sich schwieriger gestaltet, als gedacht. Die Strömung, das Treibgut und meine „immense“ Rudererfahrung ließen mich fast verzweifeln, aber irgendwann war es dann doch geschafft. Gegen 20.45 Uhr wurde es dann etwas entspannter und wir nahmen das erste Mahlzeitchen des Tages zu uns.
Mitten im abendlichen Feedern dann der erste Biss. Die linke Rute von Michael wurde brachial und ohne Ankündigung nach unten gerissen. Michael reagierte schnell und nahm die Rute in die Hand. Ein Anhieb war erstmal nicht möglich, die Rute war voll unter Spannung und Michael hatte Mühe, sie aus dem Rutenhalter zu nehmen. Dann doch – zack, Anhieb und gleich noch einer hinterher. Michaels 125 Kg-Astralkörper hatte richtig was zu tun. Dann halt mal ab in die Wathose und Landehandschuh anziehen. Gedanklich schon beim ersten Wallergriff, dann die Ernüchterung: Kontakt verloren – Fisch weg – Sch….! Mit Trösten hab ich’s nicht so. Mein Trost bestand darin, die Rute nochmals auszubringen. Wir hatten uns Michaels PB vorgenommen. Das war er sicher gewesen, aber wir hatten ja noch 2 Tage Zeit.
Dann halt ab in die Koje, kurzes Wallerstoßgebet und ein letzter Blick in den Sternenhimmel. Der nächste Tag sollte besser werden – und das wurde er!
Michael hatte uns gerade den ersten Kaffee-Baileys gezaubert, da meldete sich wieder die linke Rute mit klassischem Wallergeläut. Diesmal war ich an der Reihe und ich zeigte meinem Gegner gleich mal mit einem ordentlichen Anschlag, wer Herr im Haus bleiben sollte. Da die Schnur in einen überhängenden Baum getrieben war, war an einen Drill erstmal nicht zu denken. Also ab ins Boot, Schnur frei machen und ab ging die Post. Ich war erleichtert, dass der Fisch noch hing und drillte wir ein Duracell-Männchen, bis wir über dem Waller standen. Der fehlende Widerstand im Schlauchi forderte mir alles ab und nicht selten ging die Rutenspitze weit unter Wasser. Nach ein paar Minuten dann doch endlich Sichtkontakt. Nicht schlecht für den Anfang: 162 cm und ein richtig fetter Ranzen. Walli messen, Fotos, kurzes Video, behutsam zurück ins kühle Nass und den Kaffee zu Ende trinken. Zum Feiern dann Bacardi-Cola, den hatten wir extra zum Anstoßen dabei!
Jetzt war Michael wieder dran. Seine Chance nutze er noch am gleichen Tag abends. Ein fetter Brassen (schon wieder) an der linken Rute hatte einen weiteren Wels zum Anbiss verführt. Michael setzte seine 2,5 Zentner wieder voll ein und drillte den Walli schnell ins Freiwasser, vorbei an den beiden anderen Ruten. Ich hatte mir schnell die Videokamera gepackt und die ersten Drillminuten bereits im Kasten, als plötzlich gar nichts mehr ging. Wir mussten also schon wieder ins Boot, unsicher, ob der Fisch überhaupt noch dran war oder Michael nur noch gegen einen fetten Ast zog. Mitten in der Strömung standen wir, als Michael seine Kraft nochmals bündelte und volle Power zog. Kurzer Ruck, viel Schlamm und viel, viel Kraut und dann …. ein Wels. Ich hörte förmlich den Fels von Michaels Herzen fallen. Er gab weiter alles und der Fisch bedankte sich mit zwei ordentlichen Schwanzschlägen, sprich zweimal „Duschen“ für die Herren Welsangler. Zum Glück saß auch mein Wallergriff gleich beim ersten Mal. Immerhin 159 cm für Michael – PB und immer noch ausbaufähig. Was dann ? – Natürlich Bacardi-Cola!
Ich war bereit, noch einen drauf legen. Die Attacke ließ nicht lange auf sich warten. Auch wenn ich mich wiederhole, wieder ging die linke Rute ab und Papa Thomas stellte gleich die Fronten klar. Der Fisch war wohl nicht ein besonders starker Kämpfer, mehr der Typ „Wen –Du-mich-willst-dann-zieh-mich-halt-raus“, aber ich war schon ziemlich kaputt, als ich meinem 169 cm-Walli über die Plane zog.
Übrigens: Bacardi war da bereits leer…!
Gegen 17 Uhr zog allerdings ein schweres Gewitter auf und es regnete aus Kübeln. Wir verkrochen uns in unserem Zelten und bemerkten, dass der Wind nun von Norden kam und diese steife Brise die Luft merklich abgekühlt hatte. Wir begannen zu frieren und der Optimismus wich leichtem Pessimismus. Koen stattete uns noch einen kurzen Besuch auf einen Kaffee-Baileys ab! Wir quatschten über dies und das und begrüßten auch noch seinem Kumpel Ninja inkl. Bruder, die während des Gewitters ebenfalls den Welsen nachgestellt hatten.
Ums kurz zu machen: Bis auf eine kurze „Ich-riche-mal-am-Fisch“-Attacke am nächsten Morgen ging nichts mehr. So hieß es sonntags morgens zusammenpacken und den Trip Revue passieren lassen. Wir hatten viel versucht. Hatten überspannt, mit U-Pose gefischt, ich hatte sogar einmal eine Boje gesetzt und am eigenen Ufer angebunden. Wir haben uns mit der Absenkerei wirklich schwer getan, auch wenn der 2. Tag bereits besser funktionierte. Ich habe in den 4 Tagen gefühlte 1263 km gerudert und 163 g gegessen. Uns hat es jeden wegen des lehmigen und glatten Bodens einmal auf die Schnauze gelegt, aber…. Es war wieder einfach nur geil! Wer’s nicht schon selbst erlebt hat, kann’s nicht verstehen!
Eines finde ich aber wirklich erstaunlich: Bei meinem vorletzten Trip im September letzten Jahres hatte ich 3 Bisse, allesamt am selben Ast angebunden. Beim Trip im Mai hatte ich 6 Bisse, davon 4 an ein und demselben Ast angebunden. Jetzt im Juli 4 von 5 Bissen am gleichen Ast. Das hat wohl den Vorteil, dass ich nicht so viele Reisleinen entfernen musste, ich ärgere mich aber jedes mal, dass ich so viele Ruten dabei habe.
Ich freu mich schon tierisch auf den nächsten Doubs-Trip. Mal sehen, ob Michael wieder mit von der Party ist. Aber beim Wallerfischen ist es wie mit dem Herpes: Virus kriegst Du nicht mehr los.
Viele Grüße
Thomas


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