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...und ich kann es doch noch!

Hallo, zusammen,
bis heute Morgen habe ich mich ca. so gefühlt wie Miro Klose nach 1000 min. ohne Tor. Seit Anfang Juni keinen gescheiten Fisch mehr.
Vorgeschichte Donnerstag, 12.08. Meine Frau fragt mich irgendwann im Laufe des Tages, "ob ich denn morgen wieder angeln gehen würde?". Nach den spärlichen Erfolgen der letzten Wochen hatte sie wohl mit einem "Nein" gerechnet. Mein "Ja" war ebenso spontan wie überzeugt. Irgendwann muß es doch mal wieder klappen und dieser Moment rückt definitiv näher. Zu diesem Zeitpunkt bin ich mir jedoch nicht sicher, ob ich am Rhein auf Wels gehe oder auf Karpfen am Niederwiesen.
Freitag, 13.08.
Da ich in Ludwigshafen arbeite, schau ich mir den Wasserstand direkt vor Ort an. Kannste vergessen, zu viel Wasser, zu starke Strömung. Also geht's auf Carps! Spontan entscheide ich mich, beim Decathlon Tutti-Frutti-Boilies zu kaufen. Irgendjemand hat mir irgendwann mal gesagt, die seien gut. Weniger als nichts können die auch nicht fangen.
17.45 Uhr
Tackle ist im Anhänger verstaut, ich habe mir den Wüstentarn-Look mit Crazy-Carp T-Shirt angezogen und bin mal wieder voller Hoffnung, auch wenn heute ja der beliebteste Unglückstag ist.
Platzwahl: Es sind noch ziemlich viele Badegäste unterwegs, als ich ankomme. Am gegenüberliegenden Ufer sehe ich 2 aufgebaute Zelte. Mal schauen, wer's ist. Der Platz nebendran, wo ich eine Woche zuvor gefischt hatte, ist frei. Also Brumm, Brumm und rüber. Kai und Lucas haben auf 2 Plätzen nebeneinander aufgebaut. Kai geht auf Karpfen, Lucas erst mit der Feeder und der Hechtrute, später wird der Aal zum Zielfisch Kai ist so optimistisch, dass ich beschließe, nebendran aufzubauen. Er gibt mir noch eingelegten Mais mit Vanilleduft mit. Riecht wirklich penetrant, ist aber einen Versuch wert.
Meine favorisierten Plätze schaue ich mir noch einmal genauer an. Dabei trete ich so richtig in sämige Hundescheiße. Der Angeltag fängt ja schon gut an - eben Freitag, der 13.!
Die Maiskörner platziere ich am Beginn der Schilfzone. Die Rute mit Boilie fliegt weiter, so weit ich werfen kann, parallel zum Ufer direkt an der Krautkante. Pieper an, Swinger dran, Freilauf auf und Bremse kontrollieren.. Dann wird der Rest aufgebaut und das erste Bierchen aufgerissen, Abendessen und.....Warten! Irgendwie denkt man, es müßte gleich losgehen, so schön wie das Wetter ist.. Ich werde allerdings eines besseren belehrt und versinke irgendwann (nach dem 3. Bier) im Land der Träume (23 Uhr)
Kurz vor Mitternacht Als ich plötzlich meinen Namen höre weiß ich, dass dies nicht mein Bissanzeiger sein kann. Den konnte ich bislang nicht von Piepen auf Namenrufen umprogrammieren. Es ist Kai, der mir kurz und bündig mitteilen will, dass er gerade einen großen Fisch gelandet hat, den er mir gerne zeigen möchte. Wahrlich ein schöner Schuppi, Nicht ganz 20 Pfund aber schön anzusehen. Ich habe, außer im "Blinker", schon lange keinen mehr zu Gesicht bekommen. Kai klatscht sich mit seinen Kumpels ab. Glückwunsch! Wirklich toller Fisch.
Samstag. 14.08.
Schnarch....................................................................... Ständig werde ich durch irgendwelche Stimmen und Schritte geweckt, nur nicht von meinem Pieper. Ich vermute, dass Kai gerade seinen 23. Karpfen von 78 Pfund keschert, während ich mich in der Natur ausschlafe.
4.40 Uhr
Bin schon wieder wach und mache mir bewusst, dass schon wieder die 3/4 Nacht vorbei ist und ich noch nichts Zählbares im Karpfensack habe.
Mein Pieper piept. MEIN PIEPER PIEPT!!!MEIN GOTT, UND WIE DER PIEPT!!!!! Ich reiße mir den Schlafsack vom Körper und haste zur Rute! ER PIEPT IMMER NOCH! Das Schöne ist, man verlernt es nicht. Der Anhieb sitzt und der Kampf geht los. Mein Gegenüber zieht direkt ins Krautfeld. Mir schwant Schlimmes. Bei meinen Probewürfen hatte ich dort schon einen kleinen Ast rausgezogen, der vorher noch an einem größeren gehangen war. Der Widerstand wird immer größer, die Schläge des Fisches leider immer weniger. Ich merke dass ich immer mehr Dreck und Geäst an der Schnur habe. Plötzlich hänge ich komplett. Ich erhöhe den Druck auf die Schnur und die Rute auf ein Maximum. Kein Millimeter geht mehr…Ich kann es nicht glauben und frage mich, wie viel Pech und kein Glück man eigentlich haben kann. Ich beschließe, ein „Bad“ im Niederwiesenweiher zu nehmen und lege die Rute wieder ab. Die Rollenbremse bleibt leicht eingestellt, falls der Karpfen es sich nochmal anders überlegt. Als ich mir zum Öffnen des Gürtels an die Hose greife, bin es jedoch ich, der es sich anders überlegt. Nein, ich gehe jetzt nicht noch baden und das Mistvieh ist gar nicht mehr dran. Vermutlich beißt mir bei dieser Gelegenheit noch ein Krebs in mein bestes Stück. Ich entschließe mich, bis zu Schnurbruch zu ziehen und nehme die Angel wieder in die Hand. Bremse zu und los geht’s. Doch ich merke gleich und ohne maximalen Druck, dass sich da was tut! DER FISCH KOMMT TÄTSÄCHLICH FREI! Ich kann’s kaum glauben. Eine heftige Flucht noch und dann sehe ich ihn, das heißt, erstmal sehe ich nur Kraut. Doch der Schuppi ist fertig. Ich nehme mit Links den Kescher und führe den Fisch gekonnt (Passage nur für Michel!) darüber. DRIN!
Als ich den Kescher anheben will, merke ich erst, wie schwer er ist. Ich staune nicht schlecht, als ich ihn mit meiner Kopflampe anleuchte. Mir ist klar, der könnte sogar schwerer sein, als der von Kai. Und das wäre dann PB für Karpfen (die Graser laufen bei mir separat). Als Kai auf meinen Ruf nicht reagiert, verstaue ich den schönen Fisch im Karpfensack und grinse vor mich hin. Ja, das dürfte PB sein. Auf alle Fälle schicke ich Peter und Michel schon mal eine SMS von meiner Vermutung.
Ach übrigens: Mein schöner Schuppi wog knapp über 21 Pfund, Das ist tatsächlich knapp PB. Peter hat mir versprochen, die Bilder an den Bericht anzuhängen. Vielen Dank, dass Du ans Wasser gekommen bist, meine Batterien von der Kamera wären nämlich leer gewesen…
17.45 Uhr
Ich bin immer noch glücklich über meinen heutigen Fang und auch ein bisschen stolz, dass ich trotz wenig Petri Heil durchgehalten habe. Ab jetzt geht’s wieder aufwärts! Anfang September geht’s für 3 Nächte nach Frankreich zum Welsangeln. Bin wirklich mal gespannt, Ja, ja Klose trifft wieder……..!
Viele Grüße
Thomas


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